Die Ferien vergingen (wie immer) viel zu rasch, und als wir wieder zusammenkamen,
war es bereits Mitte Jänner 1995 geworden. Die eigentlichen zwei Projektwochen
rückten unerbittlich näher, und langsam mußten nun unsere
"hochfliegenden" Ideen und Gedanken in ein konkretes Programm verwandelt
werden. Der Vortrag war in seiner grundlegenden Struktur auf zwei (Schul)Stunden
festgesetzt worden. Wir standen nun vor dem nicht gerade kleinen Problem,
all unser Wissen in diese 100 Minuten "hineinzuquetschen"...
Noch während die verschiedenen Vorschläge diskutiert wurden,
erreichten uns die allerersten Anmeldungen. Dies war einerseits erfreulich,
erinnerte uns aber andererseits an das Schreiben, das wir noch absenden
wollten. Parallel zur Vortragsarbeit wurde daher ein neuerlicher Brief
verfaßt, diesmal an den jeweiligen Kustos für Physik, um unser
Projekt vorzustellen und anzubieten. (Wie sich herausstellen sollte, war
das keine schlechte Idee, da das erste Schreiben in vielen Direktionen
"hängengeblieben" war...!).
Tage später sahen wir uns dann den ersten Problemen gegenüber:
So umfangreich unser persönliches Anschauungsmaterial war, es mangelte
an eindrucksvollen Dias. Zudem brauchten wir noch passende Musikstücke,
eine möglichst gute Stereoanlage, etc. Punkt eins also: Diaserien
bestellen. Nun ist aber die Auswahl an astronomischen Lichtbildreihen nicht
gerade überwältigend, und so waren wir froh, einen deutschen
Verlag zu finden, der das Gewünschte im Angebot führte. Diaserien
ausgesucht, Bestellung abgeschickt - die Zeit wurde langsam knapp. Daher
waren wir gezwungen, den Verlag etwas Ungewöhnliches zu bitten: Anstatt
'Bezahlung, dann Ware' sollte er bei uns die Ausnahme 'Ware, dann Bezahlung'
machen. Gott sei Dank wurde unser Anliegen genehmigt.
Dann der Schock: Man hatte eine falsche Diaserie geschickt. Jetzt hieß
es, sofort zu handeln: Stunden nach Erhalt der Postsendung aus Deutschland
meldeten wir uns per Fax - diesmal mit einer noch seltsameren Bitte: Der
Verlag sollte dringendst die richtige Serie schicken, ohne auf die Retournierung
der falschen zu warten. Auch diesmal kam man unserem Wunsch nach.
Mittlerweile langten immer mehr Anmeldungen der einzelnen Schulen bei
uns ein. Um ein Organisationchaos zu vermeiden, mußte natürlich
jeder über jeden Termin Bescheid wissen. Die Folge waren lange (nächtliche)
Telephongespräche und dementsprechend hohe Telefonrechnungen...
Der Vortrag nahm Gestalt an. Für Sonntag, den 29. Jänner, war der erste Probelauf angesetzt. Zuvor mußten noch Diaprojektor, Videofilme und CD's organisiert werden, ebenso Lautsprecherboxen für die Stereoanlage. Alles sollte jedoch einigermaßen transportabel sein, was etliche Geräte ausschloß. Sonntag Abend trafen wir uns dann im Festsaal des Borromäums, um den großen Vortrag das erste Mal zu proben. Dazu muß gesagt werden, daß die einzelnen Kapitel in langer Hausarbeit von jedem einzeln vorbereitet wurden. Am Vorabend des Projektbeginns wurden diese Puzzleteile also zum ersten Mal zusammengesetzt! Um es gleich vorwegzunehmen: Am Ende der Probe standen wir da "wie die begossenen Pudel": Unser Vortrag hatte im wahrsten Sinne des Wortes astronomische Ausmaße angenommen!! Mit dem Erarbeiteten hätten wir problemlos vier bis fünf Stunden füllen können... Was tun also, jetzt, Sonntag um 23 Uhr 30?
Es wurde eine lange Nacht. Kürzen, raffen, zusammenfassen, dazwischen einen Happen essen.
Doch dann war es geschafft: Dienstag früh um neun Uhr waren jegliche
Probleme beseitigt, und der erste Vortrag konnte beginnen...!