Bericht von M. Lacher
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Lichtspiele

(Michael Lacher)

Noch wenige Sekunden. Ich muß noch meine Taschenlampe einschalten, schießt mir durch den Kopf, zu spät. Schon ist das Licht aus und das erste Dia muß kommen. Ich befehle dem Diaapparat mittels Fernbedienung das erste Dia einzulegen. Es klappt, nun kann ich endlich meine Taschenlampe einschalten. Nach zehn Sekunden muß das nächste erscheinen um den Zeitplan der mit den Musikstücken abgestimmt ist nicht zu stören. Aber wann, zum ....., haben wir denn angefangen? Ich überlege es muß so cirka 12 Sekunden vor 9 Uhr 2 gewesen sein. 12 Sekunden vor! Ich überlege ob ich es mir leisten könnte ein Dia länger stehen zu lassen um auf runde Zahlen zu kommen. Ich entschließe mich es zu tun, da die Musik sowieso etwas später angefangen hat. Schnell das nächste Dia. Vor lauter Überlegen und Rechnen hätte ich bald den Zeitpunkt verpaßt. Glück gehabt. Ich komme innerlich zur Ruhe und konzentriere mich nun auf die von einer schwachen Taschenlampe spärlich ausgeleuchtete Uhr. Hoffentlich geht mir die Batterie nicht aus ... Der Schein wird noch ein bißchen schwächer. Beinahe nichts mehr zu erkennen. Der Sekundenzeiger nähert sich der 4. Zeit für das nächste Dia. Klick, Srraouw, Zack. Das nächste Dia ist drinnen. Wie roh diese mechanischen Monster mit den Dias umgehen. Naja, wenigstens ist nichts passiert. Etwas unscharf vielleicht, mal probieren, vielleicht doch in die andere Richtung? So paßt es schon besser. Das ist jetzt der 12. Vortrag, ganz schön fad nach so einer Weile. "Und auf Venus sind sogar zwei Sonden gelandet : Venera 14 und Venera 15 ...", ich weiß schon auswendig was jetzt kommt : "Und haben uns Daten von der Oberfläche übermittelt. Hier oben am Dia ist Venera 14. Sie hat 20 Minuten funktioniert ...". Wenigstens ist bei diesen Planetendias das exakte Timing nicht so wichtig. Ich merke sowieso wenn das nächste kommen soll. "...hat auch einen interessanten Mond : Titan", das nächste Dia und auch das letzte dieser Schiene. Ich nehme die nächste Schiene aus dem Koffer und lege sie vorsichtig auf den Tisch. "Wenn du eine runter haust, dann häng i di am nächstn Baum auf !!" klingen noch Alexanders Worte in meinem Hinterkopf. Zum Glück ist noch nie etwas passiert. So, jetzt leitet er über zu den Asteroiden. Zeit für mich die Schienen zu wechseln. Mit der einen Hand ziehe ich den Schieber der die Dias in den Apparat befördert heraus, mit der anderen beginne ich nun vorsichtig die erste Schiene nach vorne weg zu ziehen. "Ratatatatatatatat", der Rest der Schiene in dem sich keine Dias befinden macht beim herausziehen ein fürchterliches Geräusch. Nun lege ich die Schiene an einem Ende auf den Tisch am anderen halte ich sie noch in der Luft. Gleichzeitig im Dunklen die andere ertastend und, sie aufnehmend, um für die andere Platz zu machen, ziehe ich sie Weg und schiebe ich sie in den Apparat, während ich die erste endgültig ablege. Nun noch den Schieber schließen. Damit währe auch gleich das erste Dia drinnen. Zum Glück das richtige. Ich kontrolliere Stichprobenartig die anderen der Schiene. Keines verkehrt, keines verdreht. Gut. Nun kann ich mich zurücklehnen, da dieses Dia länger stehen bleibt. ".. das wir am nächsten Dia sehen", Tobias legt viel Energie in diesen Satz. Kein wunder, denn immerhin habe ich ja meinen Einsatz 'verschlafen'. Schnell das nächste Dia rein und jetzt besser aufpassen. Wieder kein fehlerfreier Vortrag. Bei den ersten Vorträgen war es noch die nicht genau bekannte Reihenfolge der Bilder die so manchen Fehler verursachte: "...sehen wir am nächsten Dia:"-klick- "Nanu, sehen wir nicht...". Bei den Ursulinen hat dann irgend so ein Witzbold die Dias vertauscht, und ich habe seither auch hin und wieder einer Fehler gemacht. Doch irgendwann werden wir es schon noch schaffen.

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This project happened in Spring 1995.